Dass der Meeresspiegel steigt, ist längst erwiesen, wie sehr, darüber gibt es noch verschiedene Katastrophenszenarien. Gehen vorsichtige Schätzungen davon aus, dass der Meeresspiegel bis Ende des 21. Jahrhunderts und etwa einen halben Meter steigen wird, halten andere Berechnungen extremere und doch mögliche Szenarien für denkbar, die für diesen Zeitraum einen Anstieg um bis zu zwei Metern prognostizieren. Zentral verantwortlich ist keineswegs das Abschmelzen der Eisberge, sondern die thermische Ausdehnung der Meere: Hier schlägt eine Erwärmung des Wassers um ein Grad Celsius mit bis zu 40 Zentimetern zu Buche. Und selbst bei einer sofortigen Reduzierung aller Treibhausgase und einem sofortigen Ende der Lufterwärmung, würde die thermische Ausdehnung der Meere sich ungebremst fortsetzen, da sie vor allem von einem Austausch zwischen kalten und wärmeren Wassermassen bedingt wird.
Ein Anstieg von einem Meter weltweit würde die Überschwemmung von 150 000 Quadratkilomtern Landfläche bedeuten. 180 Millionen Menschen wären betroffen. Zu den am stärksten gefährdeten Regionen gehören Bangladesch, Ägypten, Pakistan, Indonesien und Thailand. Allein in Bangladesch leben zehn Millionen Menschen nicht höher als einen Meter über dem Meeresspiegel. Bei einem Anstieg um einen Meter müssten hier insgesamt 70 Millionen Menschen umgesiedelt werden. Andere Regionen, vor allem Inseln im Pazifischen Ozean ebenso wie die Halligen vor der deutschen Nordseeküste, müssen damit rechnen, völlig im Meer zu versinken.